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Donnerstag, 9. Mai 2013

[Filmtipp] Star Trek Into Darkness


Ich denke, mich hier als Star Trek Fan zu outen, kann ich mir sparen. Das wisst ihr vermutlich schon, allein deswegen, weil ich ja gerne mal von Conventions berichte, die sich unter anderem mit diesem schönen Fandom beschäftigen. Gerade ist sogar wieder die FedCon, auf der ich allerdings leider nicht sein kann. 
Dass ich allerdings seit ich 10 Jahre alt bin im Star Trek Universum „drinstecke“, weiß wahrscheinlich so mancher nicht. 15 Jahre sind das jetzt. Mal mit mehr Begeisterung, mal mit weniger.

Da ich mich nun also schon vor 2009 mit Star Trek beschäftigt habe, nennt man mich wohl einen „echten Trekkie“. Denn was ich inzwischen gelernt habe: Wenn man vor vier Jahren mit dem Film „Star Trek“,  zur Materie kam, dann ist man kein echter Fan. Und wenn man „echter Trekkie“ ist, hat man „die Neuen“ nicht zu mögen. Warum das so ist, muss ich nicht verstehen. Will ich aber auch nicht.

Als 2009 ein neues Kapital Star Trek geschrieben wurde, war ich begeistert. Und ich bin es immer noch. Ich kann diesen Film auswendig. Auf Deutsch, auf Englisch, rückwärts, vorwärts… ich weiß nicht, wie oft ich ihn gesehen habe, aber es war oft.
Ich liebe die „neue Crew“. Chris Pine als Kirk ist eine Traumbesetzung, Zachary Quinto IST Spock und dem Original, Leonard Nimoy, in vielerlei Hinsicht so ähnlich. Karl Urban als Bones, Simon Pegg als Scotty… sie alle stehen ihrern Vorbildern in nichts nach. Und vor allem hat der Film damals eins geschafft: Mir nach einigen Jahren der Flaute wieder gezeigt, das Star Trek immer noch eine unglaubliche Faszination auf mich auswirkt, die mich auch nie loslassen wird.

Vier Jahre musste ich danach warten, bis die Crew zurückkehrte. Gestern war es endlich soweit. Natürlich musste ich sofort in eine Preview rennen und mir „Star Trek Into Darkness“ anschauen. Ich hätte es keine Sekunde länger ausgehalten. 
Und ich wurde nicht enttäuscht. Wahrscheinlich liebe ich diesen Film noch mehr als den Ersten. Und das hätte ich nicht für möglich gehalten.
Im Kino zu sitzen und eine Gänsehaut zu kriegen, beim Anblick der Enterprise einen wohligen Schauer zu spüren... in diesen Augenblicken erinnere ich mich immer daran, wieso ich Star Trek allgemein so mag. Es ist irgendwie dieses Bombastische, dass man immer wieder verzaubert und regelrecht umhaut. Ganz abgesehen davon, dass der Soundtrack von Michael Giacchino einfach nur der Wahnsinn ist und die Atmosphäre so gut unterstreicht, dass man einen wohligen Schauer nach dem anderen bekommt!

Es ist schwer, eine richtige "Filmkritik" zu schreiben, wenn man noch so geflasht ist, wie ich (ist ja noch keine 24 Stunden her) und außerdem am Besten gar nichts verraten will. Alles, was ich erzählen könnte, ist irgendwie ein Spoiler. Und jede Szene, die man schon vorher kennt, verliert dadurch die Magie, sie das erste Mal zu sehen. 

Was J.J Abrams mit „seinen“ Star Trek Filmen gemacht hat, ist vor allem auch eins: Eine Hommage. An früher. An die „alte“ Crew, die „alten“ Filmen. Es gibt so viele Anspielungen, die einem als Trekkie sofort auffallen. Die einen lauthals lachen und im Stillen applaudieren lassen, weil sie so genial sind.
Die zwischenmenschliche Ebene, die vor allem auch in der Serie damals wichtig war und die mir schon 2009 so gefallen hat, ist mehr da denn je präsent. Mehr Geplänkel, mehr Seitenhiebe, ein noch engeres Verhältnis. Vor allem Kirk und Spock sind zusammen einfach das Dreamteam, das Star Trek ausmacht. Die beiden Gesichter, die jeder kennt. Ständig am Diskutieren, aber immer in dem Wissen, dass sie sich letztendlich auf den anderen verlassen können.

„Into Darkness“ steckt voller Geniestreiche. Und ich werde sie alle unerwähnt lassen.
Aber natürlich ist der Geniestreich schlechthin weltweit bekannt: Der Bösewicht wird von Benedict Cumberbatch verkörpert. Besser hätte man es nicht machen können. Und das hat so viele Gründe, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll…

1. Nicht blöd: Cumberbatch ist der Shootingstar schlechthin, wenn man so sagen will. Er ist auf der Überholspur, alle lieben ihn. Konsequenz des Ganzen: Jeder wird ins Kino rennen, um ihn in Star Trek zu sehen. Und das kann nur gut sein, denn so ist es durchaus möglich, dass neue Menschen dieses Fandom für sich entdeckt. Und das ist wichtig, wenn Star Trek am Leben bleiben soll!
2. Er ist ja nicht umsonst so beliebt: Cumberbatch ist ein Genie. Das finde und weiß ich ja schon lange, aber hier beweist er es einfach ein weiteres Mal: Er ist die Art Bösewicht, die einer wie Kirk braucht: Er ist zum Einen der ruhige, fiese Kerl, der nicht brüllt und nicht wild um sich schießt (außer manchmal), sondern mit Worten mehr Schaden anrichten kann, als jeder andere. Zum Anderen schafft er es, dass man urplötzlich Mitleid mit ihm hat, ihn fast sympathisch findet. Und genau das will er ja.
3. Die Chemie stimmt. Ist ja auch beim Bösewicht von Vorteil, sonst ist gerade dieser Schlagabtausch mit Kirk und Spock einfach nichts wert. Man merkt natürlich nichts von der Freundschaft, die sich zwischen den Schauspielern entwickelt hat, aber die Art, wie sie miteinander spielen ist einfach unglaublich.

Das waren drei von vielen Gründen, die mir noch einfallen könnten. Aber sie sind auch die Wichtigsten, denke ich. Ich bin jedenfalls froh über diese Besetzung. Nicht nur, weil ich Cumberbatch in „meiner“ Welt sehen kann, sondern auch weil ich wirklich hoffe, dass er Star Trek die nötige Aufmerksamkeit schenkt, damit es zu der Hochform auflaufen kann, die es haben soll.

Dass mir Into Darkness gefallen hat, merkt man also. Dass ich ihn jedem empfehlen kann, egal wem, das sage ich jetzt. Im Grunde hat er Film für alle was. Ob Trekkie oder nicht. Action-Fans, Cumberbatch-Fans, Fans gutaussehnder Männer… egal! Schaut ihn euch an, denn es lohnt sich.
Aber: Taschentücher nicht vergessen. War man so manches Mal schon beim ersten Teil am leisen Schluchzen, so ist es dieses Mal noch schlimmer. Und die Gänsehaut geht eh nie ganz weg!

Alle Bilder von hier

Sonntag, 28. April 2013

[Favoriten] Die Top 5 der (spontanen) Musikeinlagen in Filmen

Manchmal braucht man etwas, das für gute Laune sorgt und was wäre da besser, als Menschen, die sich singend und/oder tanzend in Filmen spontan zum Affen machen?
Meine Top 5 seht ihr hier, aber natürlich gibt es noch ein paar Tausend andere. Die ich noch nicht kenne. Aber ich suche und sammle fleißig weiter.

1. Hugh Grant in Tatsächlich... Liebe

Ich liebe diesen Film. Ich finde, er ist perfekt. Besetzung, Story, Soundtrack, London. Alles. Er ist eine Aneinanderreihung von Lieblingsszenen, aber den tanzenden Primeminister liebe ich dabei besonders. Und immer, wenn ich schlechte Laune habe, schaue ich mir die Szene an. Danach kann ich mich vor lachen nicht mehr halten!

2. Joseph Gordon-Levitt in (500) Days of Summer

Es ist noch einer dieser Filme, die ich abgöttisch liebe und auswendig kann. Der Soundtrack läuft ebenfalls rauf und runter, vor allem "You Make My Dreams" von Hall&Oates. Ich bin meistens kurz davor, ebenfalls auf der Straße zu tanzen!

3. Der Homecoming Ball in The Perks Of Being A Wallflower

Nicht spontan? Total egal! Dass ich den Film liebe, wissen wir ja. Das Lied liebe ich auch und die "Livingroom Routine" von Sam und Patrick ist einfach der Hammer. Man will sofort auf einen doofen Abschlussball und den so rocken wie die beiden!

4. Heath Ledger in 10 Dinge die ich an dir hasse

Ich kann diesen Film mitsprechen und er wird immer mein liebster Teeniefilm bleiben. Diese Szene ist mit Sicherheit eine der besten und außerdem sang der gute Heath wirklich sehr schön! Und der Song ist eh ein toller Klassiker!

5. Emma Stone in Leicht zu haben

Wer diesen Film nicht gesehen hat: Wird höchste Zeit! Ich liebe Emma Stone, in dieser Rolle ganz besonders. Außerdem spielt Stanley Tucci ihren Vater. Und diese schöne Gesangseinlage zur singenden Geburtstagskarte trifft den Stil des ganzen Teeniestreifens ganz gut!

Mittwoch, 9. Mai 2012

I say: Make time to dance alone with one hand waving free

Everybody's gotta take a Roadtrip once in their lives - Just you and the music!


"Wenn ich im Lotto gewinne..."
Wie oft hat man diesen Satz schon gehört? Oder selbst gesagt?
Aufhören zu arbeiten, Haus kaufen / bauen, Boot / Auto / Insel, Weltreise machen... jeder hat so seine Vorstellungen und Ideen.
Sollte ich einmal im Lotto gewinnen oder sonst wie zu einem Haufen Geld kommen, den ich nicht anderweitig gebrauchen oder verbrauchen kann, dann mache ich einen Roadtrip. In den USA. In Kentucky. Durch Kentucky, nach Kentucky. Wie auch immer. Jedenfalls muss Kentucky dabei sein.
Wieso ich darauf komme? Ich will sicher nicht nach dem Fried Chicken suchen oder sowas. Ich bin beeinflusst worden. Von den Medien. Genauer gesagt vor vielen Jahren von einem Film und vor Kurzem von einem Buch.


Der Film
ist schon ein paar Jahre alt, stammt nämlich aus dem Jahr 2005. Elizabethtown lautet der Titel und so ist auch der Name der Stadt, um die es größtenteils geht. Und um Drew Baylor, der dorthin reist, um seinen toten Vater nach Hause zu holen. Um seine Begegnung mit Claire Colburn, die ihn auf einen Roadtrip schickt, den er vor Jahren mit seinem Vater hätte machen sollen. Auf diesem Roadtrip, auf der von ihr zusammengestellten Route mit dem genialsten und passendsten Soundtrack überhaupt, entdeckt er sich selbst und die schönen Seiten des Lebens. Und eben alles, was man so in Kentucky entdecken kann.
Und genau die Mentalität, die Sehenswürdigkeiten, die Landschaft... das alles hat mich damals schon fasziniert und ich beneidete Drew um dieses tolle Erlebnis! Ich beschloss also schon mit meinen damals 17 Jahren, dass ich das irgendwann auch machen würde.
Außerdem handelt es sich um einen der Filme, die man zu jeder sich bietenden Gelegenheit zitieren kann. Immer und überall - irgendein Zitat passt immer! Nebem Drew ist Claire Colburn ein wahnsinnig toller Charakter - absolut liebenswert und fast schon weise in ihrer leicht verbitterten Art.
I'm impossible to forget, but I'm hard to remember
Men see things in a box, and women see them in a round room
Trust me, everybody is less mysterious than they think they are
I spend so much time thinking about all the answers to the problem ... that I forget what the problem actually was





Allerdings hatte ich diese geniale Idee schon beinahe wieder vergessen. Bis vor kurzem. Denn dann kam

Das Buch
Manchmal fallen einem wahre Schmuckstücke auf die Schaufel. So wie Amy and Roger's Epic Detour, das ich eigentlich nur  lesen wollte, weil es eben um einen Roadtrip geht. Mittendrin stellte ich dann fest, dass ich einen Teil der Strecke bereits kannte - nämlich aus Elizabethtown. Allein über die Lektion "So wird der Name Louisville ausgesprochen" musste ich schmunzeln - kommt sie doch in Film und Buch vor. Und auch Amy und Roger hören gute Musik. Andere, als die von Claire für Drew ausgewählte, aber wahnsinnig gute. Viele meiner Lieblingssongs sind dabei, dazu ein paar Perlen, die ich noch nicht kannte. Und auch Amy und Roger sind als Zweiergespann genauso liebenswert wie Drew und Claire - wenn nicht sogar noch mehr!

Und manchmal, wenn es in dir drin nicht so toll aussieht, muss dein Äußeres umso toller sein, damit du beides irgendwann nicht mehr unterscheiden kannst
Morgen wird ein besserer Tag - Aber was, wenn nicht? - Dann sagst du's morgen eben wieder. Weil es ja sein kann. Man kann schließlich nie wissen, stimmt's? Irgendwann wird es auf jeden Fall besser

Sollte ich also mal einen Roadtrip nach/in/durch Kentucky machen, dann brauche ich zwei Dinge: Gute Musik und die passende Begleitung. Meinetwegen auch ohne Romanze. Oder ohne Begleitung, so wie Drew. Oder eine Begleitung für die Hälfte der Strecke. Hauptsache, es passt. Und dann suche ich die besten Dinge aus Film und Buch zusammen, plane eine Strecke, erstelle Soundtracks... Und mache eigene Erfahrungen, denn darum geht es ja. Etwas entdecken, aber nicht nur das fremde Land, sondern auch irgendwie sich selbst.  Und dann doch vom Weg abkommen, eine "Epic Detour" machen. Spontan sein. 

Songs, die auf jeden Fall auf den Roadtrip-Soundtrack gehören:
(eine Mischung aus den Songs aus Film und Buch)

1. Hellogoodbye: Here (In Your Arms)
2. Helen Stellar: IO (This Time Around)
3. Ryan Adams: Come Pick Me Up
4. I Nine - Same in Any Language
5. Tom Petty and the Heartbreakers: It'll all work out
6. We Are Scientists - Nobody Move, Nobody Get Hurt
7. Fall Out Boy: Sugar We're Going Down

Aber eigentlich werde ich einfach alle Songs nehmen, die Playlist "Gettin' Lucky in Kentucky" nennen, die Fenster runterfahren und über den Highway brettern!

Samstag, 19. November 2011

If I can't talk to you, then what is the point of you? Of us?

Normalerweise lese ich immer die Romanvorlagen von Buchverfilmungen, bevor ich ins Kino gehe oder mir eine DVD kaufe. Denn ich will die Vergleichsmöglichkeit haben und bin außerdem der Meinung, dass man einen Film besser versteht, wenn man seinen Ursprung kennt. Bücher sind ja doch ausführlicher, leichter nachvollziehbar, man kann manches mehrmals lesen, wenn man es nicht verstanden hat. Macht also Sinn.
Zwei an einem Tag von David Nicholls wollte ich schon lange lesen, v.a. seit die Verfilmung mit Ann Hathaway angekündigt war. Klang absolut machbar. War es aber nicht, was an meiner mangelnden derzeitigen Lesemotivation liegen kann.
Den Film wollte ich aber dennoch sehen, also bin ich heute völlig unbedarft ins Kino marschiert. Und irgendwie war es in diesem speziellen Fall besser, gar nichts zu wissen. Denn so schaffte es der Film, mich emotional zu überrumpeln. Aber wirklich. Die Emotionspalette rauf und runter, bis am Ende den Tränen nahe in meinem Kinosessel hing und mir verstohlen über die Augen fuhr. So etwas ist mir wirklich schon lange nicht mehr passiert. Das letzte Mal bei Das Haus am See, glaube ich. Sonst bin ich bei Filmen meistens relativ gefestigt bis abgebrüht. Auch auf dem Nachhauseweg war ich seltsam deprimiert. Es ist kein bitterer Nachgeschmack, den der Film hinterlässt, aber man fühlt sich erst einmal seltsam leer und abgrundtief traurig.
Ob ich das Buch nun auch lesen will, weiß ich noch nicht. Es reizt mich schon sehr, aber wenn es mich auch so am Boden zerstört zurücklässt, dann muss ich mir das noch einmal überlegen.
Aber: Meine Begeisterung für Anne Hathaway wächst weiter. Keine sieht mit einer riesigen runden Brille besser aus bzw. so, als würde das Ding immer auf ihrer Nase sitzen. Ich mag die Facetten, die sie zeigen kann, das Spektrum der Gesichtsausdrücke. Jim Sturgess ist der perfekte Gegenpart, der den arroganten Mittzwanziger genauso überzeugend spielt, wie den frühzeitig gealterten Vierzigjährigen. Und man merkt, dass die Harmonie hier stimmte. Wahrscheinlich war es genau diese Tatsache, die mich besonders wehmütig werden ließ, als das Anti-Happy-End mit einem Paukenschlag kam...

Mittwoch, 26. Oktober 2011

passing silhouettes of strange illuminated mannequins


(Ja, ich zitiere mal Alphaville im Titel, ich hatte eben einen Ohrwurm von Big in Japan)

Dachte man in letzter Zeit an Japan, so tat man das meistens in einem nicht unbedingt positiven Sinne. Seit Fukushima hat dieses Land für viele einen etwas bitteren Beigeschmack bekommen, ob nun bewusst oder unbewusst. Die Tragödie überschattet so einiges, vor allem das, was dieses Land eigentlich so zu bieten hat und die Faszination, die es ausübt, vor allem auf uns Europäer.

Eines gleich vornweg: Ich war noch nie in Japan. Trotz besagtem Unglück habe ich mir aber fest vorgenommen, mal dorthin zu reisen und sei es nur, um mir Tokyo anzuschauen. Alleine ein Besuch dieser Stadt würde mich vermutlich sowieso umhauen und mir einen Kulturschock verpassen. Wahrscheinlich würde es mir gehen wie Scarlett Johansson bzw. der von ihr verkörperten Charlotte in Lost in Translation. Der Film an sich ist schon ein Meisterwerk und noch besser macht ihn, wie viel man, neben der menschlichen Seite, von Tokyo, der japanischen Kultur und auch der Mentalität kennenlernt. Seit ich diesen Film gesehen habe, will ich auch in ein Hotelzimmer von dem aus man die Stadt überblicken kann, will alleine durch die Straßen laufen, einen Tempel besuchen... Karaoke singen will ich allerdings nicht, auch, wenn mir klar ist, dass das zur japanischen Kultur gehört.

Meine Faszination mit Japan begann allerdings nicht erst, als ich Sofia Coppolas Meisterwerk zum ersten Mal sah, sondern schon viel viel früher. Als ich Animes entdeckte. Mit denen ist man in den Neunzigern ja praktisch aufgewachsen. Sailor Moon, Mila Superstar, Die Kickers, Katzenauge, etwas später dann Digimon, Pokémon und Kamikaze Kaito Jeanne. Mir ging es wie meinen Freunden: Wir klebten regelmäßig vor der Mattscheibe. Mich faszinierte auch damals schon der Unterschied der japanischen Lebensweise zur europäischen - die vielen Traditionen, die man bei uns so gar nicht kennt, die ungewöhnliche Architektur der Häuser, die fremdartigen Speisen - einfach alles! Sobald ich lesen konnte, verschlang ich also auch Mangas, lernte ein paar japanische Brocken und Namensendungen wie -chan als Verniedlichung, -kun für männliche Freunde... alles wurde immer faszinierender!

Als ich alt genug war, mich mit Mode und Musik bewusst auseinanderzusetzen, ging es weiter! Da in Japan Schuluniformen Pflicht sind auch Erwachsene in ihren Anzügen einheitlich aussehen wollen, ist es vor allem die Zeit während des Studiums, die es jungen Japanern ermöglicht, sich bunt und einzigartig zu kleiden. Und das wird von vielen auf die Spitze getrieben. Ob nun als Cosplayer, die Anime-Charaktere nachahmen oder als Lolitas - der Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt, wie auch diverse Bildbände beweisen: Fruits, Gothic und Lolita und Fresh Fruits. Eine Zeit lang wollte ich mich auch immer so anziehen, getraut habe ich mich das nie bzw. immer nur in kleinen Details, die sowieso niemandem auffielen.

Die Musiker in Japan treiben es ja noch auf die Spitze, am liebsten spielen sie zudem mit dem Verwischen der Geschlechtergrenzen. Ich war ein Riesenfan von Gackt, ich gebe es zu. Der zeigte zumindest noch in Ansätzen seine männliche Seite, wohingegen einige seiner Kollegen der Band Malice Mizer besser aussahen, als so manche Frau und mehr geschminkt waren sie sowieso, beispielsweise hier. Die Musik dieser Band war zudem noch nicht einmal schlecht und als ich gerade nach Jahren wieder reingehört habe, stellte ich fest, dass sie mir immer noch gefällt, vor allem nach wie vor Beast Of Blood. Man versteht zwar weder, was sie da auf Englisch singen, noch (logischerweise) das Japanische, aber wahrscheinlich ist das auch das, was die Faszination ausmacht.

In den letzten Jahren habe ich jetzt die japanische Literatur für mich entdeckt und mich verliebt!
Der vermutlich bekannteste Vertreter moderner japanischer Literatur ist ja Haruki Murakami. Dessen Gefährliche Geliebte hat einmal dafür gesorgt, dass ich ein Wochenende lang mein Zimmer nicht verlassen habe, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen! Gerade eben bin ich auf den letzten Seiten von Mein Körper weiß alles - Dreizehn Kurgeschichten, die mir die japanische Kultur noch ein Stück näher gebracht haben bzw. mich wieder in den Bann Japans gezogen haben. Ich liebe die Art, wie Japaner schreiben. Auch in der deutschen Übersetzung merkt man, dass sie eine ganz besondere Art haben, mit Worten umzugehen, eine spezielle Art, die Dinge zu betrachten. Es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue und ich wünsche mir immer, auch so schreiben zu können und so einen Blick entwickeln zu können!
Auch nicht-japanische Autoren können übrigens wunderbar über Japan und die Kultur dort schreiben, beispielsweise überraschte mich die Schauspielerin Franka Potente sehr mit ihrem kleinen Büchlein Zehn, das auch Kurzgeschichten über Japan, die Kultur und die Menschen enthält. Die Französin Amélie Nothomb, die ich sowieso sehr verehre, ist in Japan aufgewachsen und hat auch lange Zeit dort gelebt. Das merkt man auch, wenn man Der japanische Verlobte liest - mal davon abgesehen, dass auch französische Autoren wahnsinnig gut schreiben und der Stil einfach wunderbar passt, um zarte, japanisch-europäische Liebesgeschichten zu beschreiben.

Sushi mag ich übrigens auch, ich könnte mich eigentlich davon ernähren. Das nur am Rande, denn es rundet das Bild doch irgendwie ab. Genauso wie meine Leidenschaft für grünen Tee. Schon lange will ich mir im Englischen Garten das Japanische Teehaus ansehen, habe es aber bisher noch nicht geschafft. Ist wohl wirklich an der Zeit!

Sonntag, 23. Oktober 2011

It's useful being top banana in the shock department

Die Sonntage berufstätiger junger Menschen können ja mitunter eher eintönig sein. Also meine sind das manchmal, v.a. wenn sie schon damit beginnen, dass man erst mittags aufwacht, verkatert ist und auf nichts Lust hat. Blöd nur, dass der Sonntag der einzige Tag ist, an dem ich es irgendwie hinkriege, Haushaltskram zu erledigen. Keine tollen Aussichten.
Also braucht man etwas Schönes, das solche Tage versüßt. Bei mir ist das ein Film. DER Film. Mein Lieblingsfilm. Immer schon und auch in Zukunft. Ein Meisterwerk, das dieses Jahr 50. Geburtstag feiert und zwei der wunderbarsten Schauspieler der Filmgeschichte in den Hauptrollen hat: Frühstück bei Tiffany.





Betritt man mein Zimmer, könnte man sowieso glauben, man ist in einem Schrein gelandet. Poster über dem Bett, Bild an der Wand über dem Bücherregal, Bild auf dem Schmuckregal... es fällt schon auf, dass ich sowohl Audrey Hepburn, als auch den Film einfach wahnsinnig gerne mag.
Woran das genau liegt, versuche ich schon seit Jahren herauszufinden. Wahrscheinlich ist es die Mischung, die es macht. Tolle Schauspieler (George Peppard verehre ich ebenso), die Geschichte, die Charaktere, die Bilder... mal davon abgesehen, dass ich mir oft in Anflügen von Wahn denke, dass ich gerne eine Holly Golightly wäre. Sicherlich ein schlechtes Vorbild, aber ich mag ihre Art zu leben und ich mag ihre große Klappe. Von ihrem Stil mal ganz abgesehen, da hat Hubert de Givenchy echt ganze Arbeit geleistet.




Bei Tiffany gibt es viele Szenen, die man als Lieblingsszene haben kann. Eigentlich ist der ganze Film eine Aneinanderreihung solcher Szenen. Dennoch habe ich irgendwann beschlossen, dass der beste Moment schon relativ am Anfang kommt. Eigentlich ist er nicht wirklich spannend. Es passiert nicht viel, es ist nichts glamouröses in dieser Szene. Und dennoch freue ich mich jedes Mal wieder, wenn Holly durch Pauls Fenster klettert auf der Flucht vor einem Verehrer. Ich bin ja kein Romantiker, aber als sie dann zu ihm ins Bett klettert, die beiden rauchen und Whiskey trinken, da schmilzt mein Herz dahin. Und bei der Tatsache, dass Paul brav auf sie hört, als Holly meint "Wir wollen jetzt nichts mehr sagen". Als sie an ihn gekuschelt einschläft, als könnte sie nichts auf der Welt in diesem Moment erschüttern. Ein toller Moment, der irgendwie auch aus den anderen heraussticht.

Heute ist Sonntag. Ich habe bis mittags geschlafen, der Haushalt ist soweit erledigt, also was mache ich: Mich ins Bett kuscheln und mir Tiffany anschauen. Dabei überlege ich mir dann, ob ich auch irgendwann ein Holly-Leben leben will, ob es eigentlich noch so tolle Männer wie den guten Paul gibt und ob es jemals ein Film schaffen wird, diesen vom Thron zu stossen.

Freitag, 11. März 2011

Ode an das Mixtape

Okay, vielleicht bin ich etwas jung, um mich noch an die Zeit zu erinnern, als man sich gegenseitig Mixtapes machte. Aber: Mix-CDs liefen mir doch schon ein paarmal über den Weg. Nur leider viel zu selten! Eine Zeit langen habe ich es hingekriegt, sowohl Mix-CDs zu kriegen, als auch vielen Leuten welche zu schenken. Zum Geburtstag, zu Weihnachten, zu Trennung - vollkommen egal! Das Gute ist ja: Kennt man jemanden wirklich gut, fällt es einem nicht schwer, die passende Mix-CD zusammenzustellen. Man weiß, welche Musik derjenige mag oder mögen könnte, hat Spaß dabei, etwas rauszusuchen und freut sich (hoffentlich) über die Reaktion! Und wenn man ganz viel Zeit und Muse hat, baut man noch das passende Booklet dazu, schreibt die Texte auf oder zumindest die persönlichen Lieblingstextstellen... besser, als jedes gekaufte Geschenk!
Andersrum ist es ja genauso! Auf den wenigen Mix-CDs, die bisher ihren Weg zu mir gefunden haben, waren immer besondere Schmankerl, auf die ich selber nie gekommen wäre! Stereophonics covern "I'm only sleeping" von den Beatles? Genial und bis heute eins der Lieder, das ich einfach tagelang in Dauerschleife hören kann!



Fast noch besser finde ich ja, wenn DJs Mixtapes verteilen. Die haben ja (hoffe ich doch) von Berufs wegen schon einen guten Musikgeschmack und kennen bestimmt Sachen, von denen Otto Normalmusikhörer noch nicht einmal in Ansätzen etwas gehört hat.
Wenn ich eine Lieblingsparty in München habe, dann Starmelt und zwar v.a. deswegen weil ich weiß, dass die beiden DJs immer meinen Geschmack treffen. Umso begeisterter war ich natürlich, als mir (und 299 weitere Partygästen, wenn ich es recht in Erinnerung habe) im Januar eine Starmelt-Mix-CD in die Hand gedrückt wurde! Konnte ja nur gutes verheißen - und ich wurde nicht enttäuscht! Da macht es einem dann auch nichts aus, dass es sich nicht um eine persönliche Mix-CD handelt - handverlesen sind die Titel ja trotzdem, sie passen vermutlich auch zu einem, weil man ja sonst gar nicht erst auf der Party gewesen wäre. Nur was ich mich jetzt frage: Wieso machen das andere DJs nicht auch? Ich würde jeden einzelnen von ihnen dafür lieben! Außerdem habe ich letztens herausgefunden, dass es etwas tolles gibt, das sich Soundcloud nennt - da muss man nicht einmal eine CD brennen, einfach einen Mix hochladen und ich bin mind. eine Stunde lang zufrieden gestellt! Oder auch länger, kann man sich ja öfters anhören!



Die besten Film-Soundtracks sind meiner Meinung nach übrigens auch die, die im Grunde genommen nichts anderes sind, als ein Mixtape. Das erste Mal aufgefallen ist mir das beim Soundtrack von "Eiskalte Engel". Als der rauskam, war ich ja gerade einmal halb so alt, wie jetzt (grob geschätzt jedenfalls... also älter als 10 schon, aber nicht sonderlich viel). Ich war beeindruckt, begeistert, hin und weg. Der Soundtrack passte nicht nur perfekt zum Film, er war auch für sich genommen ein Meisterwerk! Die Zusammenstellung der Titel, die Titelauswahl an sich - alles passte! Das finde ich auch heute noch! Und wenn ich die CD wiederfinden würde (die sich eventuell irgendwo im Haus der Eltern meiner Mitbewohnerin befindet), würde ich auch sicherlich öfter wieder in Erinnerungen schwelgen.
Und seitdem ging es munter weiter. Viele meiner Lieblingsfilme glänzen mit hervorragend zusammengestellten Soundtracks: (500) Days Of Summer (The Smiths? Regina Spektor? Zooey Deschanels wunderbare Band She & Him?), Garden State (Wer wäre dann sonst jemals auf The Shins gekommen), Elizabethtown (In dem sowieso diverse Mix-CDs eine zentrale Rolle spielen). Oder gestern erst... "No Strings Attached" - Selten so eine geniale und gleichzeitig urkomische Idee erlebt, wie den "Perioden-Mix", den Adam für Emma zusammenstellt
Und in letzter Zeit kriegen auch deutsche Filmemacher es hin, zu den wunderbaren Filmen die passenden Soundtracks zu liefern (vincent will meer nur als Beispiel - aber den Keinohrhasen-Soundtrack liebe ich ebenfalls nach wie vor!)


Letztens habe ich meine Musikdatenbank endlich aktualisiert und festgestellt, dass sich da immer noch wahre musikalische Wunder befinden! Und v.a. Sachen, die sich mit anderen Meisterwerken so wunderbar kombinieren lassen, als wären sie dafür bestimmt! Und wenn ich es mir recht überlege, haben sie es auch verdient, das man genau das macht! Und das werde ich jetzt auch tun - und sei es nur, um mir selber eine Playlist für die Sbahn zusammenzustellen!