Posts mit dem Label reise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label reise werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 22. August 2012

Rule, Britannia! oder: Wie ich mich in eine ganze Nation verliebte

Es ist ja so eine Sache mit Erwartungen. Sind sie zu groß, wird man enttäuscht. Aber beherrschen kann man sich ja doch nicht und wenn man sich auf eine Sache freut ist das ja auch immer besser, als wenn man skeptisch ist, oder?
Seit ich denken kann, gibt es etwas, das mich an Großbritannien und vor allem London fasziniert. Keine Ahnung, wo das herkam, aber es wurde mit den Jahren immer "schlimmer". Und trotzdem habe ich es nie geschafft, den Sprung auf die Insel zu machen. Bis letzte Woche. Fünf wunderbare Tage habe ich in London und Umgebung verbracht. Und meine überdurchschnittlich hohen Erwartungen wurde erfüllt. Vielleicht sogar mehr als das.

Als Deutscher nach England zu kommen ist irgendwie eine Wohltat. Zumindest empfand ich das so. Im Grunde genommen wird einem alles erklärt und vor allem: Es wird auf dich aufgepasst! Mind the gap, mind the steps, mind your head - egal was es ist, vor allem an Bahnhöfen wird dafür gesorgt, dass einem nichts passiert. Und dass man sich nicht verläuft. Und dass man in den richtigen Zug steigt. Bei den Münchner Uban-Ansagen kennen sich ja manchmal sogar gebürtige Einwohner nicht mehr aus! Nicht so an den Londoner Bahnhöfen. Und wenn die Informationen noch so unwichtig sind, vollkommen egal: Sie werden an den Mann gebracht, es gibt sicher jemanden, der dafür dankbar ist! Besonders schön fand ich ja die Plakate, die die alte Regel "Rechts stehen, links gehen" bewarben: "A little courtesy won't harm you!" - würde hier bei uns so manchem auch nicht schaden. Genauso wenig wie die Regel, dass man sich immer oder links halten soll, damit man nicht mit den Entgegenkommenden kollidiert. Das beugt vielen Unannehmlichkeiten vor!

Ich bin ja ein leidenschaftlicher Fußgänger. Und wie sich herausstellte, ist London genau die richtige Stadt dafür! Die Fußgänger haben hier auch echt Glück - breite Gehwege, Ampeln, die wirklich lange auf Grün stehen. Autos, die einen nicht über den Haufen fahren, auch wenn man bei Rot über die Ampel rennt. Und überall auf den Straßen der nette Hinweis, in welche Richtung man schauen muss, ob sich ein Auto nähert. Und irgendwie kam es mir so vor, als wären (vor allem im Vergleich zu München) richtig wenige Fahrradfahrer unterwegs. Was ebenfalls angenehm ist, denn dass die sich nicht gut mit Fußgängern verstehen, das weiß man ja auch. 
Aber nicht nur in London macht ein Fußmarsch Spaß! Auch auf dem Land, speziell in Derbyshire, gibt es viel zu sehen. Grün, wohin das Auge blickt und die schönsten Häuser, die man sich vorstellen kann. Sogar in kleinen, entlegenen Dörfern. Pubs, Tante-Emma-Läden, Wohnhäuser - Wer zu Fuß unterwegs ist, kann viele Schätze entdecken!

Das Klischee über Engländer sagt ja, dass sie gerne Schlange stehen. Und das ist noch nicht einmal verkehrt. Aber: Sie können es auch. Sie haben es quasi perfektioniert. Schlange stehen ist hier eben Volksbrauch, aber dabei sind die Briten so entspannt, dass man sich gerne mit anstellt. Bei Ausstellungen werden Karten ausgestellt, die den Einlass zu einem bestimmten Zeitpunkt erlauben. Bis es soweit ist, stellt man sich an. Will man in einen Bus einsteigen, stellt man sich an bzw. setzt sich wie die Hühner auf der Stange der Bushaltestelle hin. Will man ein Taxi, stellt man sich an. Will man etwas an einer Kasse bezahlen oder irgendwo einchecken, wartet man, bis einem mitgeteilt wird, dass ein Schalter frei ist. Und so weiter. Ich glaube, die Deutschen werden das nie können. Dazu drängeln sie sich viel zu gerne vor und rempeln andere an. Da kann man ja manchmal fast froh sein, wenn sie einen irgendwo aussteigen lassen, bevor sie hineinstürmen!

Allgemein ist es ja so, dass ich nichts weniger ausstehen kann, als unhöfliche Menschen. Und siehe da: Die Engländer waren ein Vorbild an Höflichkeit. Allesamt. Ständig entschuldigt sich jemand beim anderen, wenn er ihn aus Versehen angerempelt hat. Irgendwie schauen auch die Menschen nicht so griesgrämig, wie bei uns. Und was mich am meisten beeindruckt hat: Man bedankt sich z.B. beim Busfahrer, wenn man aus dem Bus aussteigt. Wer macht denn in Deutschland sowas? Ich war begeistert. Danke sagen ist keine große Anstrengung, aber es macht einen großen Unterschied!

Und sonst? Sogar das Fernsehprogramm war besser. Aber wen wundert das, wenn man im Land von BBC ist und viele tolle Sachen auf Englisch schauen kann. Und dass Europas größte Buchhandlung in London ist (Waterstone's am Picadilly Circus) ist auch kein Wunder. Wir mögen das Land der Dichter und Denker sein, aber in England ist der Stellenwert viel höher. An jeder Ecke findet man etwas zur Literatur. Und seien wir mal ehrlich: Die besten Autoren kommen ja auch von der Insel, zumindest wenn man mich fragt. Und die Briten sind stolz auf sie. Und zwar alle. Wer ist denn bei uns mit 15 stolz darauf, dass er ein Landsmann von Goethe ist? Na also.

Donnerstag, 9. August 2012

[Wien] Fotos: Zugfahrt und Zeitvertreib

Ich reise für mein Leben gerne. Andere Städte sehen, Dinge entdecken, Kulturen und Menschen kennenlernen, einfach mal rauskommen. Für den Beginn meines Urlaubes beschloss ich also mitsamt meiner Cousine, einen kleinen Trip nach Wien zu unternehmen. Von München aus ist man mit dem Zug in gerade einmal vier Stunden da - und Zugfahren ist eh eine schöne Angelegenheit, wenn man sich richtig zu beschäftigen weiß! Da ich in und um Wien viele viele Bilder gemacht habe, teile ich sie nach Themen auf. Nummer eins: Die Zugreise und Bilder vom Drumherum, das mit der Stadt an sich nocht nichts zu tun hat. Wien selbst hat dann im nächsten Post seinen großen Auftritt!
 Die Hinfahrt in aller Herrgottsfrühe. Das ruft nach einem riesigen Kaffee! Nicht im Bild, da schon verdrückt: 
Die obligatorische Zimtschnecke. Auch gut: Endlich habe ich Zeit, die Nylon komplett durchzulesen. 

Meine Begleitung informierte währenddessen sich und mich mit dem allerneuesten Klatsch und Tratsch aus Hollywood. 
Hier im Bild: Unser Freund, der Schmättibuh! (Abgeleitet von Pattinson und... hab ich vergessen, den Namen hat er schon ewig)

Völlig erledigt: Zwischenstopp am Museumsquartier auf einem dieser knalligen Sitzdinger, auf die ich mich 
bei jedem meiner Besuche wahnsinnig freue. Wie man an den Tüten sieht, waren wir auch schon fleißig shoppen!

Die Oper muss man natürlich fotografieren. Ein tolles Gebäude und ich muss immer spontan an "Before Sunrise" denken. 
Muss ich in Wien sowieso immer, aber irgendwie an der Oper besonders. Leider habe ich sie auch diesmal 
nicht nachts und beleuchtet gesehen, aber ich komme ja wieder!

Touri-Kram mache ich eigentlich nie, aber eine Bustour durch Wien ist absolut empfehlenswert, wenn man nicht viel Zeit hat! 
Eine Tour führte uns zu Donau samt Donauinsel, eine zu Schönbrunn und Belvedere

Wo ist der Zug nach München? Keine Ahnung, dann schlagen wir eben am Bahnsteig die Zeit tot 
und spielen Fashion Face-Off - da verging die Zeit wie im Flug!

Rückfahrt und zu überdreht zum Schlafen? Schauen wir uns doch ein wenig den lieben Paulie an, 
wie er etwas zum neuen Album von Maximo Park erzählt!


Montag, 4. Juni 2012

Wenn Stephie eine Reise tut





Mitte August fliege ich für ein paar Tage nach London. Und da ich das immer schon machen wollte, wird die Reise natürlich umso toller und aufregender. Und weil ich es kaum erwarten kann, fange ich jetzt schon an zu planen, mir Dinge zu überlegen, Reiseführer zu wälzen, Bildbände anzuschauen, Filme rauszukramen undundund. Wahrscheinlich passt nie alles in die paar Tage rein, aber ich will so viel mitnehmen, wie möglich. Was auf jeden Fall sein muss:

1. Einen Tagesausflug aufs Land machen. Nach Chatsworth House, das in Stolz und Vorurteil (2005) Pemberley darstellte und außerdem einfach wunderschön ist. Mindestens eines dieser Herrenhäuser muss man sich anschauen und ich habe mich natürlich für eines entschieden, das für mich auch eine gewisse Bedeutung hat.

2. Warner Bros. Studio Tour: The Making Of Harry Potter. Darauf freue ich mich besonders! Alle Leute, die da waren, waren im wahrsten Sinne des Wortes verzaubert und die Bilder waren schon so toll, dass ich mir das nicht entgehen lassen kann!

3. Keats House. Ich liebe Keats. Und das Haus zeigt alles rund um ihn, sein Leben und seine Werke. Muss einfach sein!

4. Globe Theatre. Muss man doch auch gesehen haben, wenn man sich für Literatur interessiert. Vielleicht gönne ich mir auch eine Vorstellung von Taming of the Shrew. Wenn man schonmal da ist!

5. Shopping. Wäre ja seltsam, wenn ich genau das nicht machen würde. Ich will in englische Buchhandlungen, aber natürlich auch zu Topshop, Accessorize und zur Irregular Choice für ein Paar dieser tollen Schuhe. Und natürlich diese tollen Märkte, die überall angepriesen werden.

6. Essen. Fish and Chips und Scones mit Sicherheit, aber ein Abstecher in die Hummingbird und in die Primrose Bakery muss auf jeden Fall sein. Wer sonst noch Empfehlungen hat: Immer her damit!

7. Museen. Tate Modern und Design Museum, wenn ich es schaffe. Madama Tussaud lasse ich aus, das interessiert mich eh nicht wirklich

8. Tourikram. Big Ben, Houses of Parliament, Milleniumbridge, Buckingham Palace, Notting Hill, Bustour... was man eben so anschaut, wenn man on London ist. Hydepark samt Speakers' Corner. Sowas eben. Was muss man denn noch so gemacht haben?

Mittwoch, 9. Mai 2012

I say: Make time to dance alone with one hand waving free

Everybody's gotta take a Roadtrip once in their lives - Just you and the music!


"Wenn ich im Lotto gewinne..."
Wie oft hat man diesen Satz schon gehört? Oder selbst gesagt?
Aufhören zu arbeiten, Haus kaufen / bauen, Boot / Auto / Insel, Weltreise machen... jeder hat so seine Vorstellungen und Ideen.
Sollte ich einmal im Lotto gewinnen oder sonst wie zu einem Haufen Geld kommen, den ich nicht anderweitig gebrauchen oder verbrauchen kann, dann mache ich einen Roadtrip. In den USA. In Kentucky. Durch Kentucky, nach Kentucky. Wie auch immer. Jedenfalls muss Kentucky dabei sein.
Wieso ich darauf komme? Ich will sicher nicht nach dem Fried Chicken suchen oder sowas. Ich bin beeinflusst worden. Von den Medien. Genauer gesagt vor vielen Jahren von einem Film und vor Kurzem von einem Buch.


Der Film
ist schon ein paar Jahre alt, stammt nämlich aus dem Jahr 2005. Elizabethtown lautet der Titel und so ist auch der Name der Stadt, um die es größtenteils geht. Und um Drew Baylor, der dorthin reist, um seinen toten Vater nach Hause zu holen. Um seine Begegnung mit Claire Colburn, die ihn auf einen Roadtrip schickt, den er vor Jahren mit seinem Vater hätte machen sollen. Auf diesem Roadtrip, auf der von ihr zusammengestellten Route mit dem genialsten und passendsten Soundtrack überhaupt, entdeckt er sich selbst und die schönen Seiten des Lebens. Und eben alles, was man so in Kentucky entdecken kann.
Und genau die Mentalität, die Sehenswürdigkeiten, die Landschaft... das alles hat mich damals schon fasziniert und ich beneidete Drew um dieses tolle Erlebnis! Ich beschloss also schon mit meinen damals 17 Jahren, dass ich das irgendwann auch machen würde.
Außerdem handelt es sich um einen der Filme, die man zu jeder sich bietenden Gelegenheit zitieren kann. Immer und überall - irgendein Zitat passt immer! Nebem Drew ist Claire Colburn ein wahnsinnig toller Charakter - absolut liebenswert und fast schon weise in ihrer leicht verbitterten Art.
I'm impossible to forget, but I'm hard to remember
Men see things in a box, and women see them in a round room
Trust me, everybody is less mysterious than they think they are
I spend so much time thinking about all the answers to the problem ... that I forget what the problem actually was





Allerdings hatte ich diese geniale Idee schon beinahe wieder vergessen. Bis vor kurzem. Denn dann kam

Das Buch
Manchmal fallen einem wahre Schmuckstücke auf die Schaufel. So wie Amy and Roger's Epic Detour, das ich eigentlich nur  lesen wollte, weil es eben um einen Roadtrip geht. Mittendrin stellte ich dann fest, dass ich einen Teil der Strecke bereits kannte - nämlich aus Elizabethtown. Allein über die Lektion "So wird der Name Louisville ausgesprochen" musste ich schmunzeln - kommt sie doch in Film und Buch vor. Und auch Amy und Roger hören gute Musik. Andere, als die von Claire für Drew ausgewählte, aber wahnsinnig gute. Viele meiner Lieblingssongs sind dabei, dazu ein paar Perlen, die ich noch nicht kannte. Und auch Amy und Roger sind als Zweiergespann genauso liebenswert wie Drew und Claire - wenn nicht sogar noch mehr!

Und manchmal, wenn es in dir drin nicht so toll aussieht, muss dein Äußeres umso toller sein, damit du beides irgendwann nicht mehr unterscheiden kannst
Morgen wird ein besserer Tag - Aber was, wenn nicht? - Dann sagst du's morgen eben wieder. Weil es ja sein kann. Man kann schließlich nie wissen, stimmt's? Irgendwann wird es auf jeden Fall besser

Sollte ich also mal einen Roadtrip nach/in/durch Kentucky machen, dann brauche ich zwei Dinge: Gute Musik und die passende Begleitung. Meinetwegen auch ohne Romanze. Oder ohne Begleitung, so wie Drew. Oder eine Begleitung für die Hälfte der Strecke. Hauptsache, es passt. Und dann suche ich die besten Dinge aus Film und Buch zusammen, plane eine Strecke, erstelle Soundtracks... Und mache eigene Erfahrungen, denn darum geht es ja. Etwas entdecken, aber nicht nur das fremde Land, sondern auch irgendwie sich selbst.  Und dann doch vom Weg abkommen, eine "Epic Detour" machen. Spontan sein. 

Songs, die auf jeden Fall auf den Roadtrip-Soundtrack gehören:
(eine Mischung aus den Songs aus Film und Buch)

1. Hellogoodbye: Here (In Your Arms)
2. Helen Stellar: IO (This Time Around)
3. Ryan Adams: Come Pick Me Up
4. I Nine - Same in Any Language
5. Tom Petty and the Heartbreakers: It'll all work out
6. We Are Scientists - Nobody Move, Nobody Get Hurt
7. Fall Out Boy: Sugar We're Going Down

Aber eigentlich werde ich einfach alle Songs nehmen, die Playlist "Gettin' Lucky in Kentucky" nennen, die Fenster runterfahren und über den Highway brettern!

Montag, 30. April 2012

[Ausflugstipp] Kempen

Auch im eigenen Land kann man ja so einiges entdecken! Macht man in Deutschland Urlaub, dann meist in Form von Städtetrips in Großstädte (allen voran vermutlich Berlin, München und Hamburg) oder in die Alpen, an die Nord- bzw. Ostsee oder in sonst eine Gegend, die irgendetwas Spannendes zu bieten hat.
Auf die Idee, nach Kempen zu fahren kommt man vermutlich nicht. Weil das keiner kennt, wenn er nicht gerade weiß, dass der moses. Verlag dort seinen Sitz hat. Von Bayern wird es auch gerne mal mit Kempten im Allgäu verwechselt, habe ich festgestellt!
Ein Seminar bei besagtem Verlag hat mich letzte Woche nach Kempen geführt und ich habe mich gleich in das Örtchen verliebt. Gerade einmal 40.000 Einwohner zählt es - wohlgemerkt, wenn man die umliegenden Gemeinden dazu rechnet! Ein Stadtrundgang dauert nicht einmal eine Stunde, alles liegt nah beieinander und man hat das Gefühl, eine kleine Zeitreise gemacht zu haben. Entspannung pur also. Keine Hektik, Zeit zum Schlendern... wenn man schlicht dem Alltag entfliehen will, kann man sich Kempen auf jeden Fall einmal anschauen. Die meisten Häuser sind aus Backstein, es gibt eine schöne, alte Burg, Teile der Stadtmauer stehen noch. Und wenn man sich dafür interessiert: Bei moses. gibt es einen schnuckligen Lagerverkauf
Auf jeden Fall im Hotel Papillon einchecken, am Besten in eines der Themenzimmer! Ein gemütliches, kleines Hotel direkt am Bahnhof mit viel Liebe zum Detail!