Sonntag, 11. Februar 2018

Ein langes Wochenende in Amsterdam


"Bist du eigentlich auch irgendwann einmal in der Arbeit?", bekam ich als Antwort auf meine Instagram-Story, den den Blick aus dem Flugzeugfenster zeigte, ergänzt durch den Text "Off to Amsterdam". Wenn man bedenkt, dass ich gefühlt gerade erst aus Paris wiedergekommen bin, ist die Frage wohl durchaus gerechtfertigt.

Aber ich habe nun einmal am 2. Februar Geburtstag. Und 30 wurde ich auch noch. Zu diesem Ereignis nicht zu vereisen, wäre wirklich eine Schande gewesen und so ging es am Vorabend meines Jubeltages in die niederländische Hauptstadt, im Gepäck dicke Klamotten, gute Schuhe und eine lange Liste an "To Dos". Und wie auch schon in Paris, habe ich auch dieses Mal einiges auf meiner Reise gelernt.

1. Unterkunft. Wir entschieden uns für ein airbnb und suchten nicht lange herum. Es wurde das günstigste mit dem am größten wirkenden Bett in guter Lage. Gelandet sind wir in Oud-West, was wirklich ein wunderbares Viertel ist. Unser Zimmer an sich war absolut ausreichend, auch wenn wir das Guckloch zwischen Badezimmer und Schlafzimmer vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätten.

2. Das Viertel. Out-West ist mit der Tramlinie 1 zu erreichen, die zugleich die wohl schönste Strecke ist, da man alle bekannten Grachten abfährt und bereits auf der ersten Reise vom Hauptbahnhof viele schöne Häuser sieht. Außerdem gibt es hier jede Menge tolle Cafés (wie ein besonders schönes Bagels & Beans oder ein besonders hippes, dessen Name mir natürlich entfallen ist), Kneipen mit einer riesigen Cratfbeer-Auswahl (wie das Café Parck) und mein Highlight: Die Foodhallen. Dort aßen wir am ersten Abend geniale Burger, nachdem wir von der gastronomischen Auswahl schier erschlagen wurden. 

3. Die Sehenswürdigkeiten. Es gibt so ein paar Sachen, die man sich anschauen sollte, aber mir persönlich waren die schöner Häuser und Grachten, der ganze Flair der Stadt, am wichtigsten. Im kalten Februar war das natürlich schwer zu genießen, aber dick eingepackt ging es schon und gerade imposante Gebäude wie den Bahnhof, das Rijksmuseum oder den Palast konnte man ganz gut erreichen ohne vor Kälte blau anzulaufen. Die heimlichen Stars sind auf jeden Fall die Gassen, die mich sehr an die Winkelgasse erinnert haben.

4. Die Museen. Als ich nach meiner Rückkehr einem Kollegen erzähle, was ich mir alles in Amsterdam angeschaut hatte, lachte er erst einmal und meinte dann "Soso, das Anne Frank Haus. nicht, aber dafür das Sexmuseum". Besser zusammenfassen könnte man es fast nicht. Wir nahmen eher die kleinen Museen mit (wie Venustempel und Red Light Secrets) und obwohl natürlich gerne das Van Gogh oder Stedelijkmuseum von innen gesehen hätte, entschieden wir uns zum Abschluss auch im Museumsquartier für ein kleineres Exemplar: Das Moco. Eine sehr gute Entscheidung, da die Banksy- und Lichtenstein-Ausstellungen dort drin wirklich toll waren und sich super in die alte Villa einfügten.

5. Das Essen. Wenn die Begleitung ein Kroketten-Suchproblem hat und Amsterdam diese frittierten Teile als eines der Nationalgerichte bezeichnet, dann streunert man eben durch die Stadt und sucht die besten Exemplare. Gefunden haben wir sie bei Van Dobben  (nicht davon irritieren lassen, dass man sich eher in eine Art Metzgerei wiederfindet) und in der Patisserie Holtkamp (die so klein ist, dass wir die Kroketten mitgenommen haben und sie auf einer Bank nahe einer Gracht aßen. Die vorbeilaufenden Menschen fanden uns sehr unterhaltsam). Ausgelassen haben wir übrigens die relativ berühmten Kroketten aus dem Automaten von Febo). Ansonsten mussten natürlich diverse Waffeln und Pancakes getestet werden und die wohl sehr bekannten Omelettes bei Omelegg.

6. Das Shopping. Was ich in Paris etwas vermisst habe, konnte ich in Amsterdam voll ausleben. Ich hatte mir fest vorgenommen, mir selbst eine neuen Ring zu schenken und wurde in einem wunderschönen kleinen Laden namens WIND fündig. Auch sonst gab es viele kleine Lädchen, die mich begeistert haben und natürlich musste ich jede Buchhandlung betreten, die mir vor die Nase kam. Besonders schön fand ich es im American Book Center

Fazit dieser Reise? Ich komme irgendwann im Frühling wieder. Wenn man sich mit einem Bier an eine Gracht setzen kann, die Bäume blühen und man vor allem die Stadt per Fahrrad erkunden kann. Außerdem fiel mir erst nach meiner Rückkehr auf, dass ich die berühmte Bank aus "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nicht gesehen habe. Das muss irgendwann nachgeholt werden und vielleicht wird dann auch das Anna Frank Haus besucht. 

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