Sonntag, 11. Februar 2018

Ein langes Wochenende in Amsterdam


"Bist du eigentlich auch irgendwann einmal in der Arbeit?", bekam ich als Antwort auf meine Instagram-Story, den den Blick aus dem Flugzeugfenster zeigte, ergänzt durch den Text "Off to Amsterdam". Wenn man bedenkt, dass ich gefühlt gerade erst aus Paris wiedergekommen bin, ist die Frage wohl durchaus gerechtfertigt.

Aber ich habe nun einmal am 2. Februar Geburtstag. Und 30 wurde ich auch noch. Zu diesem Ereignis nicht zu vereisen, wäre wirklich eine Schande gewesen und so ging es am Vorabend meines Jubeltages in die niederländische Hauptstadt, im Gepäck dicke Klamotten, gute Schuhe und eine lange Liste an "To Dos". Und wie auch schon in Paris, habe ich auch dieses Mal einiges auf meiner Reise gelernt.

1. Unterkunft. Wir entschieden uns für ein airbnb und suchten nicht lange herum. Es wurde das günstigste mit dem am größten wirkenden Bett in guter Lage. Gelandet sind wir in Oud-West, was wirklich ein wunderbares Viertel ist. Unser Zimmer an sich war absolut ausreichend, auch wenn wir das Guckloch zwischen Badezimmer und Schlafzimmer vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätten.

2. Das Viertel. Out-West ist mit der Tramlinie 1 zu erreichen, die zugleich die wohl schönste Strecke ist, da man alle bekannten Grachten abfährt und bereits auf der ersten Reise vom Hauptbahnhof viele schöne Häuser sieht. Außerdem gibt es hier jede Menge tolle Cafés (wie ein besonders schönes Bagels & Beans oder ein besonders hippes, dessen Name mir natürlich entfallen ist), Kneipen mit einer riesigen Cratfbeer-Auswahl (wie das Café Parck) und mein Highlight: Die Foodhallen. Dort aßen wir am ersten Abend geniale Burger, nachdem wir von der gastronomischen Auswahl schier erschlagen wurden. 

3. Die Sehenswürdigkeiten. Es gibt so ein paar Sachen, die man sich anschauen sollte, aber mir persönlich waren die schöner Häuser und Grachten, der ganze Flair der Stadt, am wichtigsten. Im kalten Februar war das natürlich schwer zu genießen, aber dick eingepackt ging es schon und gerade imposante Gebäude wie den Bahnhof, das Rijksmuseum oder den Palast konnte man ganz gut erreichen ohne vor Kälte blau anzulaufen. Die heimlichen Stars sind auf jeden Fall die Gassen, die mich sehr an die Winkelgasse erinnert haben.

4. Die Museen. Als ich nach meiner Rückkehr einem Kollegen erzähle, was ich mir alles in Amsterdam angeschaut hatte, lachte er erst einmal und meinte dann "Soso, das Anne Frank Haus. nicht, aber dafür das Sexmuseum". Besser zusammenfassen könnte man es fast nicht. Wir nahmen eher die kleinen Museen mit (wie Venustempel und Red Light Secrets) und obwohl natürlich gerne das Van Gogh oder Stedelijkmuseum von innen gesehen hätte, entschieden wir uns zum Abschluss auch im Museumsquartier für ein kleineres Exemplar: Das Moco. Eine sehr gute Entscheidung, da die Banksy- und Lichtenstein-Ausstellungen dort drin wirklich toll waren und sich super in die alte Villa einfügten.

5. Das Essen. Wenn die Begleitung ein Kroketten-Suchproblem hat und Amsterdam diese frittierten Teile als eines der Nationalgerichte bezeichnet, dann streunert man eben durch die Stadt und sucht die besten Exemplare. Gefunden haben wir sie bei Van Dobben  (nicht davon irritieren lassen, dass man sich eher in eine Art Metzgerei wiederfindet) und in der Patisserie Holtkamp (die so klein ist, dass wir die Kroketten mitgenommen haben und sie auf einer Bank nahe einer Gracht aßen. Die vorbeilaufenden Menschen fanden uns sehr unterhaltsam). Ausgelassen haben wir übrigens die relativ berühmten Kroketten aus dem Automaten von Febo). Ansonsten mussten natürlich diverse Waffeln und Pancakes getestet werden und die wohl sehr bekannten Omelettes bei Omelegg.

6. Das Shopping. Was ich in Paris etwas vermisst habe, konnte ich in Amsterdam voll ausleben. Ich hatte mir fest vorgenommen, mir selbst eine neuen Ring zu schenken und wurde in einem wunderschönen kleinen Laden namens WIND fündig. Auch sonst gab es viele kleine Lädchen, die mich begeistert haben und natürlich musste ich jede Buchhandlung betreten, die mir vor die Nase kam. Besonders schön fand ich es im American Book Center

Fazit dieser Reise? Ich komme irgendwann im Frühling wieder. Wenn man sich mit einem Bier an eine Gracht setzen kann, die Bäume blühen und man vor allem die Stadt per Fahrrad erkunden kann. Außerdem fiel mir erst nach meiner Rückkehr auf, dass ich die berühmte Bank aus "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nicht gesehen habe. Das muss irgendwann nachgeholt werden und vielleicht wird dann auch das Anna Frank Haus besucht. 

Mittwoch, 31. Januar 2018

Die Leberkäsebrezenphilosophie

"Ich habe gelesen, wenn man sich jeden Tag fragt, was eigentlich positiv an dem Tag war, dann wird man optimistischer. Und beugt extrem Burnout und Depressionen vor. Meinst du, jeder Tag hat was Gutes?"
"Ich glaub schon. Und wenn's nur die Leberkäsebreze ist."
"Sehr gutes Beispiel!"
"Ich nenne das die Leberkäsebrezenphilosophie"
"Das Gute im Tag zu suchen?"
"Genau"

Mein lieber Freund Lukas und ich haben manchmal spätnachts hochphilosophische Momente. Jeder liegt im jeweiligen Bett, das Handy in der Hand, WhatsApp offen und aus irgendeinem Thema entwickeln sich zwei Stunden Lebensphilosophie. So auch an einem Freitagabend vor nicht allzu langer Zeit. Und da fiel zum ersten Mal das Wort Leberkäsebrezenphilosophie.

Man muss dazu sagen, dass Lukas ein kleines Suchtproblem hat, was diesen bayerischen Snack angeht und regelmäßig (heißt im Grunde täglich von Montag bis Freitag) mit anderen Kollegen darum kämpft, wer zuerst beim Brotzeitmann in der Arbeit ankommt und sich das Frühstück für Champions sicher kann. Ich wiederum stehe dieser Art Breze eher neutral gegenüber, aber wusste eben, dass sie ein Tageshighlight sein kann und kam daher auf meine neue Philosophie. 

Was dem einen die Leberkäsebreze ist, ist die anderen der erste Kaffee am Morgen. Die Zimtschnecke an jedem zweiten Freitag. Oder einfach gar nichts zu essen, sondern ein schöner Song. Eine nette Begegnung. Es muss auch gar keine wiederkehrende Sache sein, aber wenn man mal ein bisschen nachdenkt, dann gibt es doch an jedem Tag etwas Gutes, oder? 

Manche Tage sind blöd, ja. Aber ich wette, auch diese Tage haben zumindest eine gute Sekunde. Wenn man über den Tag nachdenkt, fällt sie einem vielleicht nicht sofort ein, aber irgendwann sicher. Findige Leute haben dafür Tagebücher erfunden, die man ausfüllen kann. Andere wiederum nehmen die positive n Momente und Gedanken mit in das Bulletjournal auf. 

Wahrscheinlich klinge ich hochesoterisch und philosophisch mit meiner neuesten Glückstheorie, aber es stimmt einfach. Wenn man sich an den Moment erinnert, an dem man glücklich die Leberkäsebreze (was auch beim zehnten Mal noch schrecklich zu tippen ist) verdrückt hat oder wie man mit dem Lieblingslied im Ohr die Straße entlang spaziert ist - ich behaupte es hilft und wenn nicht, dann schadet es zumindest auch nicht. 

Im Buchhandel haben mir ältere und vor allem erfahrende Kollegen oft am Ende des Tages einen Tipp gegeben, wenn ich deprimiert war und an den einen blöden Kunden gedacht habe: "Vergiss den und denke an die 20 anderen, die nett waren und die sich gefreut haben, dass du ihnen hilfst. Das bringt viel mehr." Und auch das stimmt, denn leider merkt man sich die negativen Sachen viel eher und vor allem länger, als die positiven.Und vergisst dabei vor allem auch, dass die positiven Momente an den meisten Tagen überwiegen.

Für etwaige Hunger auf LKB (Leberkäsebreze) übernehme ich übrigens keinerlei Verantwortung, aber vielleicht hat sie ja wirklich eine ähnlich glücklich machende Wirkung wie Schokolade. 

Montag, 22. Januar 2018

Warum "Girls Like You" manchmal melancholisch sein müssen

 

Es gibt ein Lied für jede Lebenslage. Davon bin ich überzeugt. Epische Musik für ebensolche Momente. Langsame Songs für die Pausen im Leben. Schnulzen für die Romantik, Partysongs für lange Nächte. Und dann gibt es diese Songs für die Augenblicke und Stimmungslagen, die man nicht genau beschreiben kann außer vielleicht mit komisch. Diese Momente, in denen man nicht weiß, ob man sich seltsam fühlt, weil man einen bestimmten Song hört oder den Song deshalb hört, weil man eh schon in seltsamer Stimmung war. Melancholisch trifft es wohl auch ganz gut. Nicht niedergeschlagen oder traurig, aber sicher auch nicht gut gelaunt oder fröhlich. Irgendwo dazwischen. Wenn man alleine durch die Straßen läuft, nach einem langen Arbeitstag die Ruhe braucht, um runterzukommen und nachzudenken. Dann kann man in dieser Stimmung sein und dann braucht man den passenden Song dazu, der all diese widersprüchlichen Gefühle vereint und dann irgendwie auch unterstützt.

Mein Song für diese Momente ist seit vielen Jahren Girls Like You von The Naked And Famous. Kennengelernt habe ich den Song irgendwo auf einer Münchner Tanzfläche, es war bestimmt in den frühen Morgenstunden, vermutlich war es ein Remix und ich ein wenig betrunken. Keine Ahnung, ob ich da schon wusste, welche Bedeutung dieser Song einmal für mich haben würde, aber ich bin ziemlich sicher, dass mir schnell klar wurde, dass er etwas Besonderes ist.

Musik ist für mich ein wenig wie Literatur. Ich analysiere die Texte, suche nach versteckten Botschaften und Bedeutungen. Schneide sie auf mich und meine Bedürfnisse zu. Songtexte sind für mich genauso wichtig, wie die Melodie, von der sie untermalt werden, wenn nicht sogar manchmal wichtiger. Das mag an meiner Vorliebe für Wörter liegen, aber sicher auch daran, dass Musik für mich eben stimmungsabhängig ist. Und manchmal brauche ich einen Text im Ohr, der genau das erzählt, was gerade in mir vorgeht.



Don't you know people write songs about girls like you? Irgendwann vor zig Jahren stand ich auf der Tanzfläche, der Song lief und ein flüchtiger Bekannter, der an diesem Abend zu einem Flirt werden sollte, deutete bei dieser Stelle auf mich. Ich tat geschmeichelt, aber im Gegensatz zu ihm hatte ich mich schon mit dem Text befasst und wusste zwei Dinge: Wenn man eines dieser Girls ist, ist das gar nicht so toll. Und Unrecht hatte er leider nicht, denn ich fühlte mich sehr angesprochen. Und das tue ich in den seltsamen Melancholiemomenten immer noch.

What will you do when something stops you?
What will you say to the world?
What will you be when it all comes crashing down on you little girl?

What would you do if you lost your beauty?
How would you deal with the light?
How would you feel if nobody chased you?
What if it happened tonight?


Rhetorische Fragen, die man sich mal mehr, mal weniger im Leben stellt. Und irgendwie fassen sie perfekt alle Unsicherheiten zusammen, die man haben kann. Wenn man das Gefühl hat, alles zerbröselt gerade. Oder auch nur, wenn man Angst davor hat, dass es passieren könnte. Wenn Veränderungen anstehen - selbst wenn sie gut sind. Wenn man sich einsam fühlt und nicht weiß, warum. Melancholie geht per Definition meistens auf keinen bestimmten Anlass zurück. Sie ist einfach da und irgendwann ist sie einfach wieder weg. Aber wenn sie mal da ist, dann hat man ihn eben. Diesen ominösen Weltschmerz.

How could you dance if no one was watching and you couldn't even get off the floor?

What would you do if you couldn't even feel, not even pitiful pain?
How would you deal with the empty decisions eating away at the days?

Ich weiß nicht, warum man über diese Girls Songs schreibt. Und wer das besungene Girl ist. Aber ich denke, dass sich viele von uns in diesem Song wiederfinden können, zumindest zeit- und teilweise. Wenn die Welt einen überfordert, wenn zu viel passiert oder auch zu wenig. Wenn man seine Ruhe haben will, aber nicht allein sein. Wenn man meckern will, aber gar keinen Grund dazu hat. Wenn man jammern will, aber andere nicht damit belasten. Wenn man weiß, dass man sich in diese Melancholiestimmung, in die Tristesse, hineinsteigert und eigentlich gar nichts dagegen tun will außer sie ein wenig zu genießen. Zu zelebrieren. Deswegen hört man nämlich Songs wie Girls Like You in Dauerschleife. Man lebt aus, dass man eines dieser Girls ist, und wenn es nur für einen Abend ist. Dann ist es nämlich genug und meistens sieht es am nächsten Morgen gleich wieder anders aus. Und dann hört man auch ein anderes Lied. Vielleicht eins über Girls, die den Boys den Kopf verdrehen. 

Freitag, 12. Januar 2018

Vorsätze einhalten mit dem Bulletjournal

2018 - das Jahr, in dem unser Jahrtausend volljährig wird. Das Jahr, in dem ich 30 werde. Ob ich das nun gut oder schlecht finde, weiß ich nicht. Aber da ich rund um den großen Tag in Amsterdam sein werde, kann es gar nicht so schlimm werden. Plus ich gehe damit gleich einen meiner inoffiziellen Vorsätze an: Orte bereisen, an denen ich noch nicht war. 

Eigentlich behaupte ich gerne, dass ich keine Vorsätze habe. Ist natürlich gelogen. Und dieses Jahr scheint dann doch, ob wegen Jubiläum oder nicht, das zu werden, in dem die Vorsätze zelebriert werden. 

Nicht ganz unschuldig daran ist ein Trend, dem ich mich so langsam auch nicht mehr entziehen kann: Das Bulletjournal. Zwei Freundinnen von mir betreiben es sehr fleißig und eine davon kennt mich gut genug, um mir das perfekte Weihnachtsgeschenk zu machen: Ein Bulletjournal, das ich nur noch befüllen muss. Meine Grobmotorik mit Stiften würde sonst vermutlich dafür sorgen, dass ich trotz aller Kreativität nach kurzer Zeit die Lust daran verlieren würde, mein Journal zu führen und zu befüllen. So läuft es aber bisher ganz gut und kreativ sein kann ich ja dennoch – vor allem mit den Glitzerstiften, die ich gleich noch dazu bekommen habe.

Grundsätzlich ist ja das Schöne an so einem Bulletjournal, dass man es an sich und seine Bedürfnisse, Gewohnheiten und Stimmungen anpassen kann. Vielleicht überkommt mich der Wunsch nach mehr Spielraum auch noch irgendwann, aber aktuell bin ich sehr zufrieden mit der Aufteilung und den verschiedenen Seiten, die ich mit meinen Inhalten füllen kann.

Habit Tracker
Vermutlich eine der wichtigsten und auch aufschlussreichsten Seiten. Hier wird jeden Tag festgehalten, ob man seine „kleinen Ziele“ erreicht hat. Was hier fast immer steht sind Dinge wie „Genug Wasser trinken“ oder "Mindestens 8 Stunden schlafen". So auch bei mir. Außerdem im Januar ein Minimum von 5.000 Schritten und dass ich täglich zumindest ein paar Seiten in einem Buch lese. Für den Februar habe ich mir noch ein paar zusätzliche Sachen ausgedacht und ich bin gespannt, was ich bin Ende des Jahres alles tracken werde.

Bücherliste
Dass ich eine bestimmte Anzahl an Büchern pro Jahr lese ist mir extrem wichtig – letztes Jahr habe ich 50 geschafft und dieses Jahr strebe ich mind. 60 an. Zwar tracke ich die gelesenen Bücher schon über Goodreads, aber in die Liste im Journal kann ich schon vorab eintragen, was ich lesen will und die erledigten Wälzer dann farbig kennzeichnen. Das sieht schön aus und wenn man am Ende eine bunte Doppelseite voller Bücher hat, ist das sicher ein toller Anblick, der auch ein wenig stolz macht. Typisch für Januar bin ich aktuell übrigens eine sehr fleißige Leserin und aktuell bei Buch Nummero 5.

Quartalsziele
Ist vermutlich kein Standard und klingt auch extrem nach Umsatzplanung in der Arbeit, aber ich finde es ziemlich sinnvoll, mir für die ersten drei Monate des Jahres drei große Ziele zu stecken und diese umzusetzen. Das sind vor allem Sachen, die ich machen muss, um mit weiteren (Jahres-)Zielen darauf aufbauen zu können oder auch Sachen, die einfach mal gemacht werden müssen, wie der Gesundheitscheck, den ich mir vorgenommen habe. Das Gute daran: Drei Monate sind kurz und lang genug gleichzeitig. Kurz genug, um sich ranhalten zu müssen, aber lang genug, um nicht in Panik verfallen zu müssen, wenn der Fortschritt im Januar noch nicht so groß ist, wie man sich das vielleicht gedacht und gewünscht hat hat.

Jahresvorsätze
Abnehmen und sich gesund ernähren, mehr Sport machen und was weiß ich – typische Vorsätze für Januar, die meisten eh nicht lange anhalten. Deshalb habe ich diese gar nicht erst mit aufgenommen in meine Pläne für 2018. Lieber nehme ich mir Sachen vor, die mir auch Spaß machen und dazu gehört auf jeden Fall, dass ich endlich Französisch lerne. Ich hoffe, die Nach-Paris-Motivation hält noch lange an, aber da ich mir zum Lernen ein Bulletjournal-artiges Notizbuch angelegt habe, bin ich guter Dinge.

Als Freundin von To-Do-Listen bin ich tatsächlich prädestiniert dafür, meine Arbeit und meinen Alltag in diversen Listen und Übersichten zu dokumentieren. Dinge planen und Erledigtes abhaken hat mir schon immer am meisten gebracht und außerdem fallen so selbst Kleinigkeiten nicht unter den Tisch und werden erledigt. Was ich jetzt noch überlege anzulegen ist ein Moodtracker, um zu sehen, wie eigentlich meine Stimmung im Jahresverlauf ist und wodurch sie beeinflusst wird. Und im Frühjahr bekomme ich wahrscheinlich noch eine Menge Motivation ich Form eines Buches dazu, auf das ich sehr gespannt bin. 

Donnerstag, 4. Januar 2018

Silvester in Paris - Erkenntnisse & Buchtipps



Manchmal treffe ich komische Aussagen. Eine davon war jahrelang: "Ich werde erst nach Paris reisen, wenn ich französisch kann!" Keine Ahnung, wie ich auf diesen Trichter kam, vermutlich lag es an den vielen Menschen, die mir gerne erzählt haben, dass man mit Englisch in Paris nicht weit kommt.
Wie dem auch sei. Silvester 2017/2018 war mir das egal. Paris wurde gebucht und ich muss zugeben, dass Instagram daran vielleicht nicht ganz unschuldig war. Ich habe dort vor einiger Zeit das Hôtel Henriette entdeckt und mich verliebt. Vom 29.12. bis 2.1. war noch ein Zimmer frei - die Entscheidung war gefallen. Traditionsgemäß verbringen meine Cousine und ich inzwischen alle zwei Jahre Silvester in einer andern Stadt und trotz meiner selbst eingebildeten Sprachbarriere fiel die Entscheidung für die französische Hauptstadt sehr schnell.


Was ich bei meinem Kurztrip nach Paris gelernt habe
  1. Man muss kein Französisch können, Englisch klappt meistens ganz gut und zur Not kann man immer noch deuten und wild herumfuchteln. Aber: Ich will die Sprache jetzt unbedingt lernen, weil ich finde, dass sie schön klingt. Und weil es mich fürchterlich genervt hat, dass ich nicht verstanden habe, was die Leute da reden. Hallo, erster Vorsatz für 2018!
  2. Instagram hat manchmal durchaus Vorteile. Das Hôtel Henriette ist wunderschön, liegt in einem tollen Viertel und alle sind wahnsinnig nett und zuvorkommend. Das kleine Boutiquehotel hat nur 32 Zimmer und ist ein wahr gewordener Einrichtungstraum.
  3. Sollte man den 1. Januar in Paris verbringen wollen, wäre es sinnvoll, sich bereits
    vorher einen Plan überlegt zu haben. Hatten wir nicht. Da es zudem die meiste Zeit regnete, war die Stimmung schnell ein wenig im Keller. Die Warteschlangen bei sämtlichen Museen waren erwartungsgemäß lang, Läden und Cafés hatten geschlossen. Oh und in der Metro erlebten wir an diesem Tag einige Dinge, die wir uns gerne erspart hätten.
  4. Apropos Regen: Hier macht Paris keine halben Sachen. Wen es regnet, dann so richtig. Mehr als einmal waren wir trotz Schirmen komplett durchnässt. Und ein kurzer Schauer dauert gerne einmal eine Stunde. Gut, dass viele Cafés mit auf Hochtouren laufenden Heizstrahlern ausgestattet sind
  5. Ein Tag im Disneyland reicht nie und nimmer. Ich wollte es ja nicht glauben, aber selbst nachdem wir dachten, wir hätten viel gesehen, wurde uns schnell klar, dass das nur ein kleiner Bruchteil war. Und ja, ein Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall, es ist wirklich zauberhaft.
  6. Zu Fuß gehen lohnt sich. Jedenfalls dann, wenn nicht gerade Punkt 4 eingetroffen ist. Klar muss man ab und zu Metro fahren, aber ein Großteil der Sehenswürdigkeiten liegt erstaunlich nah beisammen. Das fiel uns auf, als wir am Place de la Concorde im Riesenrad saßen. Hinter uns der Louvre, vor uns Champ-Élysées und Triumphbogen, links der Eiffelturm. Dazwischen viele wunderschöne Häuser und Brücken über die Seine.
  7. Manche Touristenattraktionen lohnen sich. Die Lightshow am Eiffelturm fand ich zum Beispiel wahnsinnig beeindruckend. Tagsüber sah er ein wenig langweilig aus, was aber vielleicht auch am grauen Wetter lag. Beleuchtet und glitzernd war das schon eine ganz andere Sache. Die Lightshow findet nach Einbruch der Dunkelheit zu jeder vollen Stunde statt und dauert exakt fünf Minuten. 
  8. Das mit dem Café au lait ist so eine Sache. Wir stellten uns vor, dass wir in Cafés sitzen und Kaffee aus riesigen Schalen trinken würden. Dem war nicht so. Der Kaffee war dennoch gut, genauso wie die meisten Croissants, aber die badewannengroßen Schalen suchten wir leider vergeblich. 
  9. Shoppen gestaltet sich als schwierig. Hatte ich aber zum Glück auch nicht vor, abgesehen von einem Abstecher in eine Apotheke, da dort Gesichtspflege wesentlich günstiger zu haben ist, als bei uns. In der Galerie Lafayette kann man sich nichts leisten und zu H&M kann ich in Deutschland auch. Also wurde das Geld in Macarons investiert, um den großen Vergleichstest zu starten. Ergebnis: Ladurée hat die schönere Verpackung, aber die Macarons von Pierre Hermé sind ein bisschen luftiger. 
  10. Läden, die es in Paris (zum Glück!) im Überfluss gibt: Patisserien, Blumenläden (hatten übrigens als einzige am 1.1. geöffnet), Fromagerien. Und Buchhandlungen. Natürlich wollte ich zu Shakespeare & Company. Ich stand auch davor. Aber dann stellte ich fest: Natürlich war ich nicht die Einzige. Und aus irgendeinem Grund stand dort ein Securitymensch / Türsteher. Also blieb es beim Blick durchs Schaufenster.
Apropos Bücher. Über Paris wird gerne und viel geschrieben. Goodreads hat eine umfangreiche Liste, die ich zu Rate gezogen habe, weil mir natürlich nicht mehr alle Paris-Bücher einfielen, die ich gelesen habe. Hier aber nun eine Auswahl meiner Favoriten

Zusammen ist man weniger allein von Anna Gavalda
Ich liebe Anna Gavalda und diesen Roman besonders. Die ungewöhnliche WG in Paris schließt man sofort ins Herz und würde am liebsten mit einziehen. Die Verfilmung ist übrigens auch großartig gelungen und sehr nah am Buch.

Anna and the French Kiss von Stephanie Perkins
Junge Liebe in Paris. Klingt wie etwas, das man schon einmal gehört hat, aber Anna und Étienne sind eins meiner liebsten literarischen Paare und ihre Erkundungen der Stadt einfach großartig.


Just One Day von Gayle Forman
Hier ist es ähnlich wie bei Anna und Étienne. Zwei Menschen durchstreifen die Stadt und lernen sich dabei besser kennen. Aber wie man Gayle Format kennt, ist natürlich nicht alles Eitel Sonnenschein.

Kiss Me in Paris von Catherine Rider
Jugendbücher, die von einem Tag in Paris handeln, scheinen ein Trend zu sein. Macht aber nichts, denn sie machen Spaß und man erfährt viel über die Sehenswürdigkeiten und auch weniger bekannte Ecken, die man sich anschauen könnte. 

Kurz vor Paris las ich außerdem One Christmas in Paris, das für die Vorweihnachtszeit wunderbar geeignet ist, vor allem wenn man selbst einen Ausflug in die Stadt plant. 
Wenn ich mir die diversen Paris-Listen ansehe (auch spannend: Jugendbücher), wächst die Bücherwunschliste wieder ein Stück. Mal sehen, wie es wird, über die Plätze zu lesen, die ich inzwischen mit eigenen Augen gesehen habe.